Welches Boot nach Benagil? Schnellboot, Katamaran oder Kajak
Aktualisiert 25. August 2026 · 6 Min. Lesezeit
Ab Albufeira werden Fahrten nach Benagil auf sehr verschiedenen Booten verkauft, und die Beschreibungen klingen alle ähnlich. Sie sind es nicht. Der Unterschied entscheidet darüber, ob du die Höhle von innen siehst oder nur ihren Eingang – und das steht selten so deutlich im Angebot, wie es sollte.
Nachfolgend jede Bootsart mit ihrer Stärke – und mit der Grenze, an der sie endet. Die Grenze ist meistens die wichtigere Angabe.
Zuerst die eine Regel, die alles bestimmt
Der Algar de Benagil hat zwei seeseitige Bögen. Motorboote dürfen ausschließlich durch den Westeingang hinein und dort zwei Minuten bleiben. Kajaks und SUPs nehmen den Osteingang, fahren im Gänsemarsch und haben acht Minuten pro Gruppe. So steht es im Edital der Hafenkapitänei Portimão, geändert im Juli 2025.
Eine gesetzliche Längengrenze für Boote gibt es seit dieser Änderung nicht mehr – die frühere „Zwölf-Meter-Regel” wird im Netz noch überall zitiert, gilt aber nicht mehr. Was bleibt, ist die Physik: Der Bogen ist niedrig und schmal, und der Schiffsführer muss selbst beurteilen, ob er drinnen sicher wenden kann.
Und: Eine Einfahrt ist nie garantiert. Bei Dünung bleibt jedes Boot draußen, unabhängig vom Preis.
Das Schnellboot oder RIB
Was es ist: offenes Motorboot oder Festrumpfschlauchboot. Zehn bis zwanzig Leute sitzen nebeneinander auf Bänken, über einem ist nichts.
Was es gut kann: hineinkommen und schnell dort sein. Bei 20 bis 25 Knoten liegt die Anfahrt ab Albufeira bei 20 bis 30 Minuten pro Richtung – von zweieinhalb Stunden bleibt also gut die Hälfte für die Küste. Wenn dir die Höhle wichtig ist, ist das die Rumpfform, die du willst.
Was es nicht kann: bequem sein. Harte Bank, kein Schatten, meist keine Toilette, jede Welle geht durch den Rücken. Hier wird am ehesten jemand seekrank, und viele Anbieter setzen ein Mindestalter – oft ab sechs Jahren.
Das kleine Motorboot
Was es ist: ein gedecktes Boot mit sechs bis zwölf Plätzen, oft in Kleingruppen vermarktet.
Was es gut kann: ebenfalls hineinfahren, aber ruhiger und mit mehr Platz als ein RIB. In unserem Bestand liegen diese Touren bei etwa 32 bis 50 Euro und sind der Kompromiss für alle, die in die Höhle wollen, aber nicht durchgeschüttelt werden möchten.
Was es nicht kann: günstig sein. Pro Kopf zahlst du mehr als auf dem großen Boot, weil weniger Leute mitfahren.
Der Katamaran
Was er ist: zwei Rümpfe, breites Deck, vierzig bis hundert Gäste, Schatten, Toiletten, oft eine Bar und ein Badestopp.
Was er gut kann: stabil im Wasser liegen. Wer mit Großeltern und Kindern zugleich unterwegs ist oder wem auf einem Boot schon einmal übel wurde, fährt hier am entspanntesten. Die langen Varianten mit Badestopp und Essen – ab rund 49 Euro für vier Stunden – füllen den Tag, statt ihn nur anzuschneiden.
Wo er scheitert: am Höhleneingang. Die Breite eines Katamarans passt schlicht nicht hindurch. Du siehst den Eingang vom Wasser aus. Manche Anbieter setzen ihre Gäste auf ein Beiboot um, das dann hineinfährt – das ist verbreitet, aber kein Standard. Wenn dir das Höhleninnere wichtig ist, such im Angebotstext ausdrücklich nach dem Umstieg und buche nicht auf Verdacht. Genau hier entstehen die enttäuschten Bewertungen.
Ein zweiter ehrlicher Punkt: Mit rund zehn Knoten braucht ein Katamaran 40 bis 50 Minuten pro Richtung. Von zweieinhalb Stunden ist gut anderthalb Anfahrt.
Das Segelboot
Was es ist: eine Yacht oder ein kleiner Schoner, acht bis dreißig Gäste, Motor zumindest zeitweise aus.
Was es gut kann: Atmosphäre. Für den späten Nachmittag und für Paare ist das die schönste Art, an dieser Küste zu fahren. In unserem Bestand beginnen Segeltörns bei rund 34 Euro.
Was es nicht kann: hinein. Es liegt zu tief und misst zu viel in der Breite. Dazu entscheidet der Wind mit, wohin die Fahrt überhaupt geht.
Das Kajak
Was es ist: geführte Tour, sechs Kajaks plus Guide, Rettungsweste durchgehend Pflicht, in Steinschlagbereichen zusätzlich Helm.
Was es gut kann: am längsten drinnen bleiben. Acht Minuten statt zwei, auf Augenhöhe mit dem Wasser, durch den Osteingang. Das ist die intensivste Art, die Höhle zu sehen – und mit Touren ab rund 29 Euro an der Benagil-Küste eine der günstigsten.
Was es nicht kann: ohne Guide stattfinden. Ungeführte Touren und Vermietungen sind im Höhlengebiet ausdrücklich verboten. Übliches Mindestalter ist sechs Jahre, einzelne Anbieter nehmen Kinder ab vier im Familienkajak. Aussteigen am Innenstrand ist auch hier untersagt.
Welches Boot für wen
„Ich will in der Höhle sein.” Schnellboot, kleines Motorboot oder Kajak. Sonst nichts.
„Ich will so lange wie möglich drinnen sein.” Kajak.
„Wir haben kleine Kinder oder jemanden, der leicht seekrank wird.” Katamaran, Vormittagsabfahrt – und ohne Erwartung ans Höhleninnere.
„Wir wollen einen ganzen Tag auf dem Wasser.” Katamaran mit Badestopp, vier Stunden oder länger.
„Wir wollen es ruhig und schön.” Segelboot am Nachmittag.
„Wir schauen aufs Geld.” Kajak vor der eigenen Küste ab 18 Euro – dann allerdings ohne Benagil.
Drei Dinge, die du vor dem Bezahlen prüfen solltest
Ob das Boot hineinfährt oder nur davor hält. Steht es nicht ausdrücklich da, fährt es meist nicht hinein.
Was bei Dünung passiert. Anbieter sagen wegen Wellengang ab, nicht wegen Wolken. Kajaks und RIBs fallen zuerst aus. Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher ist üblich – früh buchen kostet also nichts.
Worauf sich der angezeigte Preis bezieht. Bei einer offenen Tour zahlt jeder Mitfahrer den genannten Betrag. Bei einer privaten Bootstour gilt er für das ganze Boot – ab etwa 600 Euro. Zu sechst gerechnet liegt das näher an einer normalen Tour, als die Zahl vermuten lässt.
Die vollständige Auswahl findest du bei den Benagil-Höhlentouren, den Katamaran-Touren und den Kajaktouren.